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Wildes Korsika


Text und Fotos: Gunther Stoschek

Eine halbe Stunde vor der Ankunft auf dem kleinen, im Süden Korsikas gelegenen Flughafen Figari fiel uns der gewaltige Seegang auf dem Mittelmeer auf. Dementsprechend turbulent war die Landung des Linienfluges der Air Corsica. Auf dem kurzen Fußweg zur Mietwagenstation checkten wir die Wettervorhersage, die auch für den nächsten Tag nichts Gutes verhieß. Mit Schaudern dachten wir an den kommenden Jagdtag bei solchem Sturm. Immerhin sollte laut Wetterbericht der starke Wind am übernächsten Tag nachlassen, und mit 14 Grad war es für Ende November sehr mild.

Sur le chemin menant à la plage, la tension croissait à chaque pas
C’est plus tôt que prévu qu’un faisan a été la première pièce de cette tempétueuse journée de chasse

Die Fahrt zum ca. 2500 ha großen Jagdgebiet der Domaine de Murtoli dauerte gerade mal vierzig Minuten. Fast zu kurz, um die spektakulären Ausblicke entlang der Küstenstraße ausgiebig genießen zu können. Unten der breite Strand mit tobender Brandung und oben schroffe, felsige Berge. Insgeheim begannen wir uns nun aber zu fragen, wie sich in dieser wilden Landschaft die Jagd auf Sauen und Rothühner gestalten würde.

Une forte houle comme coulisse. La violente tempête propulsait des embruns et du sable dans les yeux et fit de chaque tir un véritable défi
Deux perdreaux rouges et un faisan : le tableau d’Alexandra au bout d’une heure

Am frühen Morgen des nächsten Tages wurde uns mitgeteilt, dass wir nicht auf Sauen, sondern wegen des starken Windes zunächst auf Rothühner und anderes Niederwild jagen würden. Der Jagdleiter hatte uns einfach nicht zumuten wollen, bei Sturm über längere Zeit auf Ansitzeinrichtungen ausharren zu müssen. Mit den Hundeführern ging es also hinunter zum Meer, auf Wegen, die nur mit Geländewagen zu bewältigen waren. Gejagt werden sollte auf dem breiten, mit zahlreichen Buschinseln bewachsenen Strand. Wie man uns sagte, würden sich die Rothühner und Fasane bei diesem Sturm bevorzugt in den Büschen drücken.

Le respect strict des règles de sécurité est ici exigé sans la moindre concession
Les rochers et la végétation très dense et pleine d'épines donnent du fil à retordre même aux chiens les plus expérimentés.

Der Sturm hatte es wirklich in sich. Die Gischt der Brandung, vor allem aber der feine Sand, peitschten uns so heftig ins Gesicht, dass man manchmal Mühe hatte zu sehen. Eine echte Herausforderung für die Schützen wie für unsere Kamera. Zwar wussten wir, dass die Hühner niemals gegen den starken Wind abstreichen würden, doch dieser Umstand bedeutete gleichzeitig eine kaum vorstellbare Fluggeschwindigkeit der Vögel und damit unglaubliche Vorhaltemaße. Auch blies der Sturm die getroffenen Hühner manchmal über hundert Meter weit weg in dichte Büsche. Am Ende des Tages war es nur der Routine der Hunde zu verdanken, dass eine recht ansehnliche Strecke gelegt werden konnte.

Les Keilers se présentent en général isolés et en silence. Une raison de rester concentré et attentif en permanence. Alors les chances de réaliser un beau tableau sont optimales

Am Tag darauf hatte der Sturm merklich nachgelassen und die Sonne brachte nochmals mildere Temperaturen. Nach einem opulenten Frühstück machte uns der Jagdleiter mit dem Ablauf der Jagd auf Sauen vertraut. Ganz besonderen Wert legte er dabei auf die akribische Aufzählung aller Sicherheitsregeln. Keine Spur also von der manchmal zitierten, südländischen Nachlässigkeit. Kurz nachdem wir unsere Stände bezogen und das Hornsignal zum Jagdbeginn vernommen hatten, ertönte auch schon erstes Hundegeläut. Das Treiben war sehr groß und nur mit unserer kleinen Gruppe abgestellt. Zudem war das Gelände steil, felsig und extrem dicht bewachsen. Umso mehr waren wir alle auf Anblick gespannt. Bald aber erkannten wir den Vorteil der Größe dieses Treibens. Da die Hunde den Sauen kaum allzu nahe kamen, flüchteten diese eher widerwillig und querten die Schneisen an den Ständen auch eher gemächlich. Gute Bedingungen also, um einen sicheren Schuss anzubringen. So kamen bis zum Abend dann auch eine ganze Reihe von Keilern zur Strecke. Dass diese Sauen vom Körperbau etwas kleiner sind als ihre Verwandten in nördlichen Gefilden, tat der Freude über den Jagderfolg natürlich keinerlei Abbruch.

Die Gästehäuser der Domaine de Murtoli sind einzigartig. Einst Unterkünfte für Ziegenhirten, sind sie heute luxuriöses Gäste-Domizil in fantastischer Alleinlage
L’agencement de grand style atteint sans conteste le niveau d’un 5 étoiles avec un service qui est tout à l’avenant. Chaque groupe de bâtiments dispose d’un grand pool chauffé et d’un barbecue largement pourvu
On trouve au domaine de Murtoli la « Table de la grotte », sans doute le restaurant le plus surprenant de la Corse. Il vaut dans tous les cas une visite. Construit dans une immense grotte semi ouverte il propose des petits déjeuners, des repas de midi et du soir avec d’excellentes spécialités corses. Le bar se trouve au-dessus du restaurant, à ciel ouvert. Entouré de rochers on peut vivre ici les plus merveilleux couchers de soleil que l’on puisse imaginer

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